Kriegsdienstverweigerer unterstützen

Auch wenn in einigen (v.a. europäischen) Ländern wie Deutschland die Wehrpflicht ausgesetzt wurde, besteht sie in anderen (v.a. außereuropäischen) Ländern wie Eritrea, Türkei und Israel fort – und mit ihr die Probleme und Konflikte um das Menschenrecht der Kriegsdienstverweigerung. Wo Verweigerer schikaniert, inhaftiert, gefoltert oder gar getötet werden, da setzen sie aber auch das deutlichste Zeichen gegen Militarismus, Krieg und Gewalt. Darum verdienen sie unsere Hilfe und Unterstützung, darum gehört ihnen unsere Solidarität.



Aktuell:

Ägypten: Solidarität mit hungerstreikendem  Kriegsdienstverweigerer

Der ägyptische Kriegsdienstverweigerer Maikel Nabil Sanad wurde in der Nacht vom 4. auf den 5. April verhaftet und bereits am 5. vor ein Militärgericht gestellt. Dieses verurteilte ihn am 10. April zu drei Jahren Haft wegen Beleidigung des Militärs. Er hatte in seinem Blog ausführlich über die fortwährenden Menschenrechtsverletzungen und politischen Einflussnahmen des ägyptischen Militärs berichtet.

Nun ist Sanad am 23. August 2011 in einen Hungerstreik getreten. Wie die War Resisters´ International (WRI) – der
internationaler Dachverband der KriegsgegnerInnen - informiert, hat Maikel Nabil Sanad seinen Hungerstreik am 30. August 2011 gar mit einem Durststreik eskaliert. Außerdem will er auch seine Herzmedikamente
verweigern. Drinegnde Solidarität ist nötig!  

E-Mail an ägyptische Behörden:
https://www.frieden-mitmachen.de/37/solidaritaet_mit_verhafteten_aegyptischen_kriegsdienstverweigerer

„Auf der einen Seite stellt sich das Militär als Hüter der Revolution dar,“ sagte dazu Rudi Friedrich vom Kriegsdienstverweigerer-Netzwerk Connection e.V., „auf der anderen Seite geht es äußerst scharf gegen KritikerInnen vor, wie gegen Maikel Nabil Sanad. Er erhielt wegen seiner Veröffentlichungen die Höchststrafe von drei Jahren. Offensichtlich will das Militär hier ein Exempel statuieren, um andere Militärkritiker in Ägypten mundtot zu machen.“

Die War Resisters' International, Connection e.V. und die DFG-VK Hessen rufen nun - geändert - zum 2. September zu einem Internationalen Aktionstag auf, um die Unterstützung für Maikel Nabil Sanad auf internationaler Ebene öffentlich zu machen. Seine Verurteilung ist ein Zeichen dafür, wie stark die Redefreiheit beschränkt wird und wie scharf das Militär gegen die Opposition vorgeht.

Für den Internationalen Aktionstag, stellen die War Resisters' International, Connection e.V. und die DFG-VK Hessen Hintergrundinformationen und Aktionsmaterial zusammen. Neben der bereits vorliegenden Kriegsdienstverweigerungs- erklärung und Maikel Nabil Sanads Artikel "Das Volk und die Armee haben nie an einem Strang gezogen" können weitere Aktionsmaterialien in Kürze gefunden werden unter:

http://wri-irg.org/campagins/supportmaikelnabil

http://www.connection-ev.de/z.php?ID=1417

http://www.dfg-vk-hessen.de


Infos/Materialen:

  • Infos zu Verweigerern über die internationalen Delegierten der DFG-VK und das weltweite Netzwerk War Resisters‘ International
  • Faltblatt "KriegsgegnerInnen unterstützen" aus der Reihe "Schritte zur Abrüstung"

Referenten

  • Kai-Uwe Dosch
  • Holger Schmidt