Kriegsdienstverweigerung


Zum 1. Juli 2011 wurde die Wehrpflicht ausgesetzt. Damit endete der  jahrzehntelange Zwang für junge Männer, in der Bundeswehr das Töten zu lernen oder als Kriegsdienstverweigerer in einer unsinnigen Prüfung ihr Gewissen bloßzulegen.

Die Wehrpflicht besteht jedoch fort, kann bei Bedarf wieder aktiviert werden. Weiterhin werden alle junge Männer - und jetzt auch Frauen -  von den Wehrbehörden erfaßt. Die lokalen Meldebehörden geben die Daten der volljährig Werdenden an die Bundeswehr weiter. Dagegen kann man Widerspruch einlegen oder die Löschung der Daten verlangen. Mehr dazu auf unserem Infoblatt.
So oder so bleibt unsere Forderung bestehen: Wehrpflicht abschaffen!

Die Aussetzung der Wehrpflicht bedeutet nicht das Ende der Bundeswehr! Diese wird ganz im Gegenteil modernisiert und so umstrukturiert, dass in Zukunft nicht 7000 sondern 14000 Soldaten geleichzeitig an Kriegseinsätzen teilnehmen können. Dazu ein Artikel von Joachim Schramm, Landesgeschäftsführer der DFG-VK NRW.

Um in Zukunft genug Freiwillige sowie Berufs- und Zeitsoldaten zur Verfügung zu haben, verstärkt die Bundeswehr ihre Werbekampagnen. An Arbeitsargenturen, auf Messen und Großveranstaltungen und auch an Schulen sind die Werber unterwegs. Dazu sagen wir NEIN. Soldat ist kein Beruf wie jeder andere, ihre Aufgabe ist es, im Einsatz andere Menschen zu töten.. Die Bundeswehr versucht, die Arbeitslosigkeit unter jungen Menschen und die Abenteuerlust von Schülerinnen und Schülern für sich auszunutzen. Gegen die Werbemaßnahmen an Schulen hat sich in NRW das Bündnis "Schule ohne Bundeswehr NRW" gegründet, an dem wir als DFG-VK aktiv mitarbeiten. Mehr dazu hier auf unserer Themenseite.

Geht es auch ohne Militär? Ja, natürlich! – Das ist meine und unsere so einfache wie eindeutige Antwort. …

Ob das „ohne Militär“ von heute auf morgen geht, ist eine andere Frage. Aber für die Vision – wie bei der Vision von dem Wegfall der Wehrpflicht – gilt die Antwort uneingeschränkt. Es geht ohne Militär. Allein, uns fehlt die Fantasie für den Frieden. …

Es geht ohne Militär, wenn wir nur wollen, dass es ohne Militär geht. Auf dieses Wollen kommt es an. Das Instrumentarium für diese Vision der Konfliktregulierung mit zivilen Mitteln und Strukturen haben wir bereits in der Hand. Wir müssen diesem Instrumentarium nur das nötige Gewicht geben und es anwenden. Machen wir uns also auf den Weg.“ 
Margot Käßmann, Präsidentin der Zentralstelle KDV am 15.05.2011



Nach dem Willen der herrschenden Politik wird die Bundeswehr immer mehr zu einer "Armee im Einsatz", also zu einer kriegsführenden Armee. Die grundgesetzliche Einschränkung auf die Verteidigung wird zunehmend  ignoriert. Wer das nicht einfach hinnehmen will, sollte sich zunächst dem Dienst bei der Bundeswehr entziehen. Verweigern kann jeder, der mindestens 17 1/2 Jahre alt ist, egal ob er noch nicht beim Bund war, gerade seinen Dienst ableistet oder bereits Reservist ist.
Erste Informationen zur Kriegsdienstverweigerung findet Ihr auf der Infoseite des Bundesverbandes der DFG-VK.

Achtung: Angesichts der Pläne zur Aussetzung der Wehrpflicht gibt es erste Informationen, was das für den Zivildienst bedeutet: 
  • 1. Einberufungen zum Zivildienst erfolgen nur noch, wenn der Kriegsdienstverweigerer einen Einberufungsvorschlag unterbreitet und damit ausdrücklich um seine Einberufung zum Zivildienst bittet. Das gilt in der Praxis ab sofort.
  •  2. Die Ankündigungen der Heranziehung zum Zivildienst, die bisher vom Bundesamt für den Zivildienst an anerkannte Kriegsdienstverweigerer versandt wurden, sind damit hinfällig. Wer auf diese Schreiben nicht reagiert, wird auch nicht einberufen. mehr bei der Zentralstelle KDV

Nein zur Bundeswehr-Rekrutierung

Seit einiger Zeit wird die soziale Notlage vieler Jugendlicher von der Bundeswehr ausgenutzt, massiv auf zentralen Plätzen aber auch direkt in Arbeitsämtern Werbung für einen Job bei der Bundeswehr zu machen. Leute die darauf hereinfallen müssen sich für mehrere Jahre verpflichten, inklusive einem Jahr Auslandseinsatz (Afghanistan u.ä.). Gegen diese Praxis wehren sich zunehmend antimilitaristische Gruppen. mehr...