Israelis und Palästinenser*innen gedenken der Opfer
Die „Combatants for Peace“ und das „Parents Circle – Familienforum“ laden zur
Teilnahme an der 21. gemeinsamen israelisch-palästinensischen Gedenkfeier ein.
Die diesjährige Zeremonie wird am 20. April 2026 um 19:30 Uhr deutscher Zeit in
Jerusalem stattfinden.
Der israelisch-palästinensische Gedenktag erinnert alle daran, dass Krieg kein vorherbestimmtes Schicksal, sondern eine menschliche Entscheidung ist. Die gemeinsame Zeremonie soll auf beiden Seiten Hoffnung säen und die Kriege beenden, die das Leben unserer geliebten Angehörigen gefordert haben.
Die Zeremonie findet jedes Jahr am Tag des Gedenkens für gefallene israelische Soldaten und Terroropfer statt. Initiiert wurde sie von Buma Inbar, deren Sohn 1995 im Libanon getötet wurde, und anderen Friedensaktivisten zusammen mit der Bewegung „Combatants For Peace“ (CFP). Seit einigen Jahren beteiligt sich das Parents Circle-Families Forum (PCFF) an der Organisation und Durchführung der Veranstaltung, die mittlerweile in enger Zusammenarbeit mit der CFP-Bewegung stattfindet.
Seit der ersten Gedenkfeier im Jahr 2006 ist die Zahl der Teilnehmenden stetig gestiegen und zählt heute Tausende – israelische und palästinensische Hinterbliebene. Die Entscheidung, die Veranstaltung am selben Tag wie den israelischen Gedenktag abzuhalten, soll beiden Seiten eine Botschaft übermitteln: Sie sollen den gemeinsamen Schmerz und die gemeinsame Hoffnung anerkennen und versuchen, weitere Opfer vor diesem Schicksal zu bewahren.
Im Laufe der Jahre zählten zu den Gästen führende Intellektuelle, darunter der Musiker Yoni Rechter, der Israel-Preisträger Professor Yehuda (Judd) Ne’eman, die Sänger Alon Oleartchik, Achinoam Nini und Mira Awad, Professorin Eva Illouz, der Journalist Eliezer Yaari, Dr. Amal Abu Said, der Autor David Grossman, der Autor und Arzt Sami Shalom Shitrit, Richard Gere, Mubarak Awad und andere. Die Veranstaltung erfreut sich zunehmender Medienpräsenz. In den letzten Jahren sahen wir uns mit Demonstrationen und Versuchen rechtsextremer Politiker und anderer Personen konfrontiert, die Veranstaltung zu verhindern.
Das Leben aller Menschen mit Bezug zu Israel und Palästina wird sich seit dem 7. Oktober 2023 für immer verändert haben. Zehntausende Menschenleben wurden ausgelöscht, Familien auseinandergerissen, Kinder traumatisiert.
Umso wichtiger ist es jetzt, dass wir füreinander da sind, um zu trauern und uns zu erinnern. Im Jahr 2024 stellten wir die Geschichten von Kindern in den Mittelpunkt der Gedenkfeier, deren einziges „Verbrechen“ darin bestand, palästinensisch oder israelisch geboren zu sein. Wie wird die Zukunft der nächsten Generation aussehen? Wie können wir inmitten so vieler Tragödien Hoffnung schenken?
pax christi Ruhrgebiet, lädt zur Teilnahme an der Liveübertragung der Zeremonie ins Kino Endstation nach Bochum ein.
19:00 Uhr Begrüßung, Einführung zur Geschichte des Gedenkens, Vorstellen der israelisch-palästinischen Organisationen und kurzer Bericht zur aktuellen Lage in der Region
19:30 Uhr Israelisch- Palästinensische Gedenkzeremonie (in hebräisch und arabisch mit englischen Untertiteln und Simultanübersetzung ins Deutsche)
20:30 Uhr Schilderung von Eindrücken durch die Teilnehmenden
21:00 Uhr Ende der Veranstaltung
Der Eintritt ist frei, um Spenden für die beiden israelisch-palästinischen
Organisationen wird gebeten.
Yom Hazikaron, der israelische Gedenktag, ist ein feierlicher Tag, an dem die
Israelis der Menschen gedenken, die sie in den Jahren des Krieges und der Gewalt
verloren haben. Dabei wird die palästinensische Perspektive ausgeblendet. Die
gemeinsame Gedenkfeier, Israeli-Palestinian Joint Memorial Day Ceremony
verändert dieses Narrativ, indem sie Palästinenser*innen in die israelische
Gedenkfeier einbezieht