Pfeifkonzert vor der Kaserne

"Wir pfeifen auf Rüstung und Militär! Wir pfeifen auf Waffenexporte und Kriegsführung, auf Rüstungsforschung und die Rekrutierung von Minderjährigen, Wir pfeifen auf Atomwaffen und Drohnen, auf neue Kampfflugzeuge und Kriegsschiffe!" Mit diesen Worten forderte DFG-VK Landesgeschäftsführer Joachim Schramm als Moderator der Auftaktkundgebung der diesjährigen Kalkar-Demo die Teilnehmer*innen auf, gemeinsam die verteilten Trillerpfeifen zu nutzen. Ein beeindruckendes Pfeifkonzert ertönte vor der Von-Seydlitz-Kaserne in Kalkar, wo die Luftwaffenkommandozentralen von Bundeswehr und NATO stationiert sind.

 

Zuvor hatte Wilfried Porwol, Klever Künstler und aktiv in der DFG-VK Kleve seine Zuhörer*innen begeistert, als er schilderte, wie er in einer Nacht- und Nebel-Aktion das Kalkarer Kriegerdenkmal aus der Nazizeit mit Sprüfarbe in ein Friedensdenkmal verwandelt hatte. "Laßt uns diesen Ort des militärischen Wahnsinns in einen Ort des kreativen Widerstandes gegen Militär und Rüstung machen", so Wilfried Porwol in seiner Rede vor der Kaserne.

Dann machte sich der bunte Demozug auf ins Zentrum von Kalkar, wo auf dem Marktplatz die Abschlusskundgebung stattfand. Hier sprach Alexander Neu, MdB Die LINKE und kritisierte nachdrücklich die Bundesregierung für ihre Unterstützung des Konfrontationskurses gegen Russland, ihre Beteiligung an der NATO-Aufrüstung und ihre nachgiebige Haltung gegenüber den USA in der aktuellen Iran-Krise.

Aus Krankheitsgründen leider nicht erschienen war Stefanie Intveen, aktiv in der DFG-VK Köln und in der Initiative Neue Entspannungspolitik jetzt. Ihr Rede wurde in Auszügen vorgelesen. Darin erinnerte sie an das im II. Weltkrieg erlittene Leid der Menschen in der ehemaligen Sowjetunion und frage, wie sich die Menschen dort wohl fühlen würden, wenn jetzt wieder Atom- und andere Waffen Deutschlands und der NATO auf sie gerichtet würden. Daher seien Initiativen der Entspannung und Abrüstung dringend notwendig, ebenso wie die Unterzeichnung des Atomwaffen-Verbotsvertrages durch Deutschland.

Auf dem Platz hatten DFG-VK Aktive aus Köln und Kleve eine Installation zum Gedenken an die Opfer des folgenreichsten von der Bundeswehr verantworteten Angriffs seit dem II. Weltkrieg aufgebaut. Vor 10 Jahren starben über 140 afghanische Zivilisten bei diesem Angriff in Kundus. Bis heute ist für dieses Verbrechen niemand zur Verantwortung gezogen worden, der anordnende Oberst Klein wurde sogar zum General befördert.

Ein bunte, interessante Veranstaltung, die etwas mehr Teinehmer*innen verdient hätte. Aber im nächsten Jahr geht es wieder nach Kalkar. Denn immer noch heißt es: Krieg beginnt am Niederrhein - Hier kann er auch verhindert werden!

Die Reden als Text oder Video kann man auf der Demoseite nachschauen.

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