Am 9. August endete die Friedensfahrradtour NRW 2025 vor dem Atomwaffen-Stützpunkt Büchel in der Eifel. Zusammen mit den Teilnehmern einer Fastenaktion gedachten die Radler:innen der Opfer des Atombombenabwurfs auf Nagasaki vor 80 Jahren und forderten den Abzug der in Büchel stationierten US-Atomwaffen. (Hier die Rede von Tourleiter Joachim Schramm)
Fast 300 km hatten die Teilnehmer:innen der Tour bis dahin zurück gelegt. Nach dem Start in Köln am 2. August ging es am 4.8. weiter nach Kerpen und Nörvenich. In Nörvenich verwies die Gruppe mit einem „Die-in“ symbolisch auf die Folgen von Atomwaffen. In Nörvenich sind aktuell die deutschen Tornado-Atombomber stationiert, die im Kriegsfall die Bomben aus Büchel ins Ziel fliegen sollen. Das Militär reagierte nervös, über der Aktion kreiste ein Beobachtungsdrohne.
Die Lokalzeit Aachen brachte einen Bericht.
Auf dem Weg nach Bonn besuchten die Radlerinnen am 5.8. in Alfter den Friedensweg, den der Pazifist und „Vorgebirgsrebell“ Wilhelm Maucher Ende der 70er Jahre dort angelegt hat. In Bonn selber gab es eine Protestaktion vor dem neuen Unterstützungskommando der Bundeswehr und die Aufführung einer Performance in der Bonner Innenstadt. Mit großen Kartons visualisierten die Friedensradler:innen das Verhältnis der Rüstungsausgaben Russlands, der europäischen NATO-Staaten und der USA. Ungläubig nahmen die Passanten zur Kenntnis, dass Russland nur einen Bruchteil der Gelder für die eigene Rüstung aufwendet wie die NATO. ( hier der dazu verteilte Flyer) Da geriet das Bild von der angeblichen Bedrohung durch Russland doch ins Wanken, ohne den völkerrechtswidrigen Krieg Russlands gegen die Ukraine dadurch zu verharmlosen.




Am 6. August, dem Hiroshima-Gedenktag, besuchte die Gruppe den ehemaligen Regierunsgbunker in Ahrweiler. Hinter meterdicken Wänden war im Kalten Krieg alles vorbereitet, um 3000 Regierunsgmitglieder und Beamte im Falle des Atomkrieges aufzunehmen. Was für eine Land die Bunkerinsassen nach einem Atomschlag wohl vorgefunden hätten, stand damals nicht zur Debatte. Schon nach Außerdienststellung in den 90er Jahren wurde die Frau von Bundespräsidenten Köhler bei einer Besichtigung mit der unangenehmen Tatsache konfrontiert, dass für Familienmitglieder der Regierung kein Platz im Bunker vorgesehen war.
In Koblenz wurde erneut die Performance zu den Rüstungsausgaben aufgeführt. Außerdem informierten sich die Radler:innen vor dem Beschaffungsamt der Bundeswehr über die Arbeit dieser Einrichtung, die immer wieder durch Verschwendung von Steuergeldern bei der Auftragsvergabe an Rüstungskonzerne auffällt.
Die Mosel hinauf fuhr die Gruppe dann am 8. August nach Cochem, um dort mit einer weiteren Performance gegen das Ziel der Kriegstüchtigkeit Deutschlands und gegen eine neue Wehrpflicht zu protestieren. Am nächsten Tag ging es dann zum Abschluss den Berg hinauf nach Büchel.




Ca. 40 Radler:innen beteiligten sich an der Tour, mal nur einen Tag, mal mehrere Tage und ca. 20 waren die ganze Zeit dabei. Hinzu kamen Dutzende von Unterstützern, die zu den Aktionen hinzu kamen. Eine schöne Fahrt, die Freizeit und Politik verbunden und Aufsehen erregt hat!
Hier ein Interview mit dem Tourleiter Joachim Schramm in der Jungen Welt




