Weder hier noch im Iran: Keine Erhöhung des Anreicherungsgrads für Uran

Anti-Atomkraft Gruppen aus NRW, Niedersachsen und den Niederlanden haben die Initiative ergriffen und die Meldungen über eine gesteigerte Urananreicherung im Iran genutzt: Sie verweisen in einer Pressemitteilung von heute auf die im gleichen Maße vorgesehene Anreicherung durch die in NRW beheimatete Fa. Urenco in ihrer Niederlassung in den USA und werfen der Bundesregierung Unglaubwürdigkeit vor.

Deutlich kritisiert wird das Vorhaben des Iran, ab sofort Uran 235 bis auf 20% anreichern zu
wollen. Dies erhöht die Gefahren für eine militärische Verwendung enorm, denn bei einem
Anreicherungsgrad von 20% ist ein Großteil der Anreicherung für atomwaffenfähiges Uran bereits
geschehen. Verurteilt wird auch das Verhalten der US-Regierung, die durch den einseitigen
Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran diese gefährliche Entwicklung überhaupt erst
heraufbeschworen hat.

Die Initiativen und Verbände kritisieren zudem, dass ausgerechnet Deutschland, die Niederlande, Großbritannien und die USA in dieser Beziehung ein sehr schlechtes Beispiel setzen: 2019 kündigte der deutsch-niederländisch-britische Urananreicherer Urenco mit Billigung der vier Regierungen an, in den USA zukünftig ebenfalls Uran 235 auf bis zu 20% anreichern zu wollen. In den USA gab es dazu unter anderem Gespräche zwischen Urenco und dem Pentagon. Damit begibt sich auch Urenco noch weiter in den zivil-militärischen Graubereich der friedensgefährdenden Urananreicherung.
Urenco gehört zu einem Drittel den deutschen Energiekonzernen RWE und E.ON, wird politisch von der Bundesregierung zusammen mit den Regierungen in Den Haag und London kontrolliert und betreibt in Gronau/Westfalen die bundesweit einzige Urananreicherungsanlage.

Hier die ganze Pressemitteilung als PDF

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