Bundeswehrwerbung raus aus Schulen und dem öffentlichem Raum

Seit dem Aussetzen der allgemeinen Wehrpflicht 2011 und mit der Zunahme von Bundeswehreinsätzen in aller Welt hat die Bundeswehr ein Problem: Sie bekommt nicht genügend Rekruten.

Die aktuell gültige Kooperationsvereinbarung regelt den Zugang von Jugendoffizieren in Schulen in NRW. Oftmals erfährt die Öffentlichkeit spät oder gar nicht von den Werbeversuchen. Damit nicht schon bei Minderjährigen eine Rekrutierung erfolgen kann, die von Schulleitungen billigend in Kauf genommen wird, ist unser Widerstand hier besonders wichtig. In einem Bündnis Friedensbildung arbeitet die DFG-VK NRW an einer kritischen Auseinandersetzung mit dem vorherrschenden erweiterten Sicherheitsbegriff, im Bündnis Schule ohne Bundeswehr versucht die DFG-VK NRW dass die Bundeswehr gar nicht erst in die Schulen kommt.

Die Bundeswehr ist mit ihrem Personal bei zahlreichen Terminen auch auf Messen, in Jobcentern, bei öffentlichen Konzerten und Gelöbnissen präsent. Auch diesen Terminen kann und muss von uns etwas entgegengestellt werden, Soldat ist kein Beruf wie jeder andere. Aktuelle Termine siehe unten !


Auch in diesem Jahr gab es wieder Proteste gegen die Bundeswehr auf der didacta. Aktive der DFG-VK waren am Freitag vor Ort. Vor der Messe fand eine Infostand statt, drinnen verteilten Aktivisten Flyer am Stand der Bundeswehr. Dort ließ die Bundeswehr von eingeladenen Schulklassen POLIS spielen, ein Planspiel, das auch häufig von Jugendoffizieren an Schulen gespielt wird. Laut Ausstellerverzeichnis war der Bundeswehrstand vom “Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr ” organisisert. Schon das straft die Behauptung der Bundeswehr Lüge, die Einsätze der Jugendoffiziere hätten nichts mit Werbung neuer Soldaten zu tun. Am Stand wurde mit großformatigen Plakaten und auf Großleinwänden Militärtechnologie gezeigt, auch dass macht deutlich, dass die Armee an das Technikinteresse Jugentlicher appelliert, die Realität des Krieges aber gerne ausklammert. Wir bleiben dabei: Die Bundeswehr hat auf der Bildungsmesse didacta nichts zu suchen, die Bundeswehr hat in Schulen nicht zu suchen!

Keine Rekrutierung Minderjähriger! – Red Hand Day 2019
Kundgebung vor dem Düsseldorfer Landtag, 12. Februar, 14 Uhr

Am Red Hand Day, dem internationalen Protesttag gegen Kindersoldaten am 12.2., fand vor dem Landtag in Düsseldorf eine Mahnwache statt, bei der auch die DFG-VK vertreten war. Bei der Mahnwache zeigten die TeilnehmerInnen die rote Hand, das internationale Symbol gegen Kindersoldaten. Joachim Schramm, Sprecher von Schule ohne Bundeswehr NRW betonte in seiner Rede die Verantwortung von Schulministerin Gebauer, das an Schulen in NRW die Bundeswehr bereits bei Minderjährigen werben dürfe. Er forderte die Kündigung der Kooperationsvereinbarung zwischen Schulministerium und Bundeswehr. Der Einladung an die schulpolitischen Sprecher der Opposition war Jochen Ott von der SPD gefolgt. In einem kurzen Statement wandte er sich gegen die Rekrutierung von Minderjährigen, beharrte aber auf dem Recht der Bundeswehr an Schulen aufzutreten. Letzteres brachte ihm dann auch den Unmut der Aktivisten ein.

Hier auf facebook ein Video von der Aktion:

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Die DFG-VK NRW unterstützt das Bündnis "Schule ohne Bundeswehr NRW" bei seiner Aktion zum Red Hand Day. Die Aktion Rote Hand ist eine weltweite Protestbewegung gegen den Einsatz von Kindersoldaten. In den letzten Jahren beteiligten sich Hunderttausende auf allen Kontinenten an den Aktionen. Die Mehrzahl sind Kinder und Jugendliche. Rote Hände als Protest wurden zum ersten Mal am 12. Februar 2002 eingesetzt, als das Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention in Kraft trat. Dieser Tag ist seitdem ein weltweiter Aktionstag gegen den Einsatz von Kindern als Soldaten.
Das Zusatzprotokoll verbietet den Einsatz von Kindern unter 18 Jahren in Kriegen und Konflikten als Soldaten. Doch auch die Bundeswehr macht von Ausnahmen Gebrauch und rekrutiert jedes Jahr zahlreiche Minderjährige. Allein 2018 waren 8,4% aller neu eingestellten SoldatInnen keine 18. Der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes forderte bereits 2014, das Rekrutierungsalter in Deutschland anzuheben und Militärwerbung, die auf Kinder und Jugendliche abzielt, zu beenden.

 

So wie befürchtet lockte die Bundeswehr beim “Tag der Bundeswehr” in Bonn auch wieder Kinder mit ihren Panzerfahrzeugen an. Für Kinder und Jugendliche steht die Fazination der technischen Großgeräte im Vordergrund, den Tod und das Verderben, das mit diesen Waffen angerichtet wird, sehen sie nicht. Damit spielt die Bundewehr, das ist unverantwortlich!
Doch ein Teil des Platzes war diesmal von der Friedensbewegung besetzt. Mit großformatigen Tafeln wurde an das Massaker von Kundus erinnert, mit der Losung “Unicorns statt Uniforms” wurde der Platz vor der Bundeswehrbühne bei der Liveübertragung der Ansprache von Militärministerin von der Leyen durch die Einhörner in eine buntes Papiermeer verwandelt. Viele Menschen kamen an unsere Stände um sich mit Infomaterial oder peppigen Aufklebern zu versorgen, damit auch woanders deutlich gemacht werden kann: Wir wollen Frieden und Abrüstung, bunte Einhörner statt olive Tötungsmaschinerie.

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