Bundeswehr an 13 Kriegsschauplätzen aktiv!

Im Prinzip ist der „Kriegsschauplatz“ ein Unwort, wie die „Endlösung“, denn man vermeidet es, von Schlachtstätten zu sprechen, wo Menschen hingemetzelt oder mit „intelligenten“ Waffen gemeuchelt werden.
Es steht in der Tradition von „Feldzügen“ und „chirurgischen Schnitten“ und nimmt dem Krieg den Schrecken, wie beim Wort „Kriegsverbrechen“ das Verbrechen verschwindet.
Die Atombombe brachte die Sprache auf das „Szenario“, indem eine bestimmte Anzahl von toten „Weichzielen“ in der Summe einem Megatoten entspricht.
Der Krieg ist in der Tradition von „1984“ schon lange zum „Frieden gemacht worden – und seine Ausführenden zur größten Friedensgesellschaft der Welt (NATO). „Aufgepasst wenn die Herrschenden vom Frieden reden“ – ist das von gestern?
Der Kriegsschauplatz, so wie er heute präsentiert wird, ist denn auch eine optisch recht reizvolle Sache geworden. Die bunten Tupferl auf dem schwarzem Hintergrund während des „ersten“ Golfkrieges (der doch schon der zweite war) glichen einem wunderschönen Feuerwerk.
In den Computerspielen der Bundeswehr (BuWeh) an den Schulen wird dieses „Szenario“ denkbar gemacht, als Möglichkeit einer Politik mit anderen natürlich „äußerlichsten“ Mitteln und im Sinne von „wieder denkbar“. Der Krieg wird schon wieder in den Dienst der gerechten Sache gestellt, steht die Sache wieder über dem von Menschenleben.
Galt 1945 der Slogan „Nie wieder Krieg“, so lautet er heute „Nie wieder Krieg ohne uns“. Ob es denn „unsere“ Waffen, „unser“ Know-how oder eben wieder „unsere“ Soldaten, die auf „Kriegsschauplätzen“ sind, es sind „Mensch & Material“ im Einsatz in einem großen Spiel, dem Kriegsspiel. Und es ist schön, in diesem Weltentheater sich an dem Rand des „Kriegsschauplatzes“ nieder zu hocken und einem Ernst Jünger gleich, etwas über die Ästhetik des Untergangs zu faseln.
Surft man in den „neuen Medien“, denen inzwischen fast mehr vertraut wird, als den althergebrachten Print- und Staatsmedien (Fernsehen) – da man die Verschwörer nicht kennt, welche die Texte im Internet verbrockt haben – und vergleicht man die Angaben mit denen der Print- und Staatsmedien, so kommt man auf rund 20 aktuelle Kriegsschauplätze. An 13 dieser Kriegsschauplätze ist die BuWeh auch nach eigenen Angaben beteiligt, darunter im ehemaligen Jugoslawien, in Afghanistan, Mali, Libyen, Tunesien (einem „sicheren Drittstaat“), im Sudan/Südsudan und im Irak. In der Türkei und in Jordanien sind sie möglichst nahe am „Kriegsschauplatz“ Syrien, auf dem sie sich so gerne tummeln würden, wie beim Konflikt zwischen der Ukraine und Russland. In Ruanda und Burundi wollen die Regierenden die BuWeh wohl derzeit eher nicht einsetzen, wie auch im Jemen nicht. Da sind „nur“ die Bomben von Rheinmetall beteiligt.


Wie die Welt am Sonntag im September berichtete, überschreitet die Bundeswehr in Mali ihr vom Bundestag erteiltes Mandat für den Einsatz innerhalb der UN-Mission MINUSMA. Die UN-Mission soll das Land stabilisieren, Friedensverhandlungen ermöglichen und den Schutz der Bevölkerung sicherstellen. Parallel operiert aber auch die ehemalige Kolonialmacht Frankreich im Rahmen eines sogenannten Anti-Terror-Einsatzes in dem Land. UN-Quellen sollen nun aufzeigen, dass das deutsche UN-Kontingent die Einsätze der Franzosen unterstützt und somit das Bundestagsmandat  - und natürlich auch den UN-Auftrag - überschritten hat. Von Flügen von Aufklärungsdrohnen zur Unterstützung von Einsätzen französischer Truppen und vom Transport französischer Soldaten mit Bundeswehr-Hubschraubern ist die Rede. Die Opposition im Bundestag kritisierte dieses Vorgehen und forderte Aufklärung. Artikel in Welt am Sonntag

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