Deutschland soll auf den Weg zur „Kriegstüchtigkeit“ gebracht werden. Die Rüstungsausgaben werden in immense Höhen geschraubt, eine neue Wehrpflicht soll über kurz oder lang eingeführt werden. Wir erleben eine neue Konfrontation zwischen der NATO und Russland vor dem Hintergrund nicht nur des völkerrechtswidrigen Krieges Russlands gegen die Ukraine. Dieser Kriege hat eine Vorgeschichte, in der auch die NATO eine eskalierende Rolle spielt.
Diese Broschüre ist 2017 entstanden, als diese Konfrontation schon begonnen hatte, wir wie viele andere aber einen heißen Krieg nicht für möglich gehalten haben. Daher würden wir die Einschätzung der politischen Lage heute anders schreiben. Aber die Rolle der Militärstandorte am Niederhein hat an Bedeutung sogar noch zugenommen. Dieser Hauptteil ist also nach wie vor richtig und erschreckend.
Seit Ende des Kalten Krieges ist die deutsche Armee an einer ganzen Reihe von Kriegseinsätzen beteiligt gewesen. Ob der Jugoslawienkrieg, der Krieg in Afghanistan oder in Syrien und Mali: Die Bundeswehr beteiligt sich an Kriegen. Die Zahl der dabei getöteten deutschen Soldaten kennen wir; die Zahl der durch den Einsatz der Bundeswehr getöteten Gegner und Zivilpersonen hat niemand erhoben. Nun wird uns von Seiten der Politik und der Militärs angekündigt, dass wir in den nächsten Jahren mit einem Krieg mit Russland rechnen müßten. Auch wenn dieses Szenario von Experten in Frage gestellt wird, ist eines klar: In einem solchen Krieg ist NRW in hohem Maße eingebunden. Kriegseinsätze starten nicht irgendwo weit weg. Kriege beginnen hier, beginnen in NRW vor allem am Niederrhein. Von hier starten Aufklärungs- und Bombenflugzeuge, von hier werden die Kriegseinsätze der deutschen, aber auch der NATO-Luftwaffe gesteuert.

Wir als Kriegsgegner vom Niederrhein sind über diese Situation entsetzt. Wir sagen deutlich: Krieg ist ein Verbrechen an der Menschheit, egal mit welchen Begriffen er auch bemäntelt wird: als „humanitärer Einsatz“, „für die Menschenrechte“ oder als „Krieg gegen den Terror“. Wir wollen nicht, dass der Niederrhein mit seiner schönen Landschaft, mit seinen Kulturgütern, mit seinen Wirtschaftszentren und mit seinen Menschen zum Ziel gegnerischer Angriffe wird, genau wie wir nicht wollen, dass andere Regionen auf dieser Welt Ziel von Angriffen vom Niederrhein aus werden.
Mit dieser Broschüre wollen wir über die Militärstandorte zwischen Kalkar und Köln, zwischen Wesel und Geilenkirchen informieren. Wir wollen aufzeigen, welche Militärstrategien mit diesen Standorten realisiert werden sollen. Und wir wollen zeigen, welche Folgen diese Politik der Kriegsführung und Aufrüstung hat, in die unser Niederrhein mit eingebunden ist.
Wir wollen Mut machen, gegen diese Politik aktiv zu werden. Allein, mit Freunden, zusammen mit anderen bei Friedensaktionen, in Initiativen oder Organisationen. Ideen dazu gibt es viele; einige stellen wir hier vor. Wir alle stehen vor großen Herausforderungen, wenn wir unsere Zukunft lebenswert gestalten wollen. Rüstung und Krieg sind die größten Hindernisse auf dem Weg dahin. Wir haben unser Schicksal selbst in der Hand, dafür gilt es aktiv zu werden!
Hier die ganze Broschüre (PDF-Datei)