Schon im November hat die Bundeswehr in NRW zwei weitere Tiefflugzonen reaktiviert, in denen Kampfjets zu Übungszwecken 76 Meter tief fliegen dürfen. „LFA 2“ erstreckt sich an der niederländischen Grenze etwa von Gronau bis nach Wesel, „LFA 3“ von Höxter über Winterberg nach Olpe. Erst jetzt ging durch die Medien, dass das zu erheblichen Überschneidungen mit den von der Landesregierung im vergangenen Jahr beschlossen sogenannte Windkraft-Vorranggebieten führt . Die dort geplanten Windräder sind mehr als 200 Meter hoch. In den Planungsregionen Münster und Detmold liegt die Hälfte der ausgewiesenen Windkraft-Vorranggebiete nun in Tiefflugzonen. In der Planungsregion Arnsberg sind es auf dem Gebiet des Teilplans Märkischer Kreis/Olpe/Siegen rund 46 Prozent.

Die Interessen der Bundeswehr haben nicht automatisch Vorrang vor den Interessen der Windrad-Betreiber. Doch in der Praxis setzt sich die Armee in der Regel durch. Die Gründe, mit denen die Bundeswehr Windräder ablehnt, seien häufig „vage und geheimniskrämerisch“, so der Vertreter des Landesverbands Erneuerbare Energien (LEE NRW), Grothe laut WDR https://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/windraeder-bundeswehr-tieffluggebiete-100.html „Die Bundeswehr zeigt kaum Bereitschaft, gemeinsam mit Projektierern an Lösungen und Alternativen zu arbeiten.“ so Grothe weiter.
Auch der Landesverband der LINKEN protestierte jetzt gegen die neuen Tiefflugzonen: „Schon vor der Ausweisung dieser beiden zusätzlichen Tiefflugzonen konnten in NRW einige hundert Megawatt an Windenergie wegen Bundeswehrinteressen nicht realisiert werden. Meist ging es dabei um Hubschraubertiefflüge. Die beiden Tiefflugzonen für Kampfjets in den Windkraft-Vorranggebieten verunmöglichen die Energiewende in NRW.“ heißt es in einer Pressemitteilung
Nicht nur, dass hier dringend notwendige Schritte zur Energiewende durch die Klima-Killer der Bundeswehr durchkreuzt werden. Schon lange ist bekannt, das Tieffluglärm krank macht: „Am schwierigsten ist plötzlicher Tieffluglärm zu verkraften. Hartmut Ising vom Inestitut für Wasser-, Boden- und Lufthygiene des Bundesgesundheitsamtes (BGA) berichtete, daß bei einer Lautstärke von 125 Dezibel zuerst bei Tieren bleibende Hörschäden aufgetreten sind. Eine epidemiologische Untersuchung fand heraus, daß die Bevölkerung in Tieffluggebieten überdurchschnittlich häufig unter Hörschäden und Ohrenschmerzen leidet. Kinder waren dabei eher gefährdet als Erwachsene.“ so die TAZ im September 1991. Vor diesem Hintergrund wurde 1990 die Tiefflughöhe auf 300 m angehoben. In den neuen Tiefflugregionen gilt nun eine Flughöhe von 76 m!
Die ausgerufene Kriegstüchtigkeit beschädigt in NRW den Klimawandel und gefährdet die Gesundheit der Menschen in unserem Land. Wir sagen nein zu Tieffliegern in NRW!