Kalkar-Protest

Die Justiz ist nicht auf der Seite von Wilfried Porwol: Nach dem Urteil vom Dezember teilte nun die zuständige Staatsanwältin Wilfried Porwol mit, dass die von ihm gestellte  Anzeige gegen zwei Männer aus der Region nicht weiter verfolgt und das Verfahren eingestellt würde. Die Männer hatten den Künstler im Netz bedroht und seine Adresse öffentlich gemacht. Die Staatsanwaltschaft kam zu dem Ergebnis, dass die im Netz stehende, auf Wilfried bezogene Äußerung des einen Mannes, "Dem solle man mit seinem Schädel so lange in Stein hauen bis er platzt ..." keineswegs eine Bedrohung darstelle und natürlich auch nicht die dazugehörige Veröffentlichung von Wilfrieds Anschrift und seiner Festnetznummer durch den anderen Mann. Es sei vielmehr lediglich eine "Äußerung im Rahmen seiner Unmutsbekundungen" über seine "Farbgestaltungen" auf dem "Denkmal".  (Hier als PDF) Tagtäglich hören wir inzwischen, man müsse energisch gegen Hass und Hetze im Netz vorgehen. Hier hätte die Staatsanwaltschaft Kleve die Gelegenheit dazu gehabt und scheiterte kläglich. Tätiger Antimilitarismus und Pazifismus ist wohl nicht so schützenswert, hat man den Eindruck.

Der DFG-VK Landesverband zeigt sich solidarisch und fordert in einer Presseerklärung die juristische Ahndung der Morddrohung gegen ihr Mitglied Wilfried Porwol

Die Diskussion um das Nazi-Denkmal in Kalkar und die Aktionen des Künstlers und Friedensaktivisten Wilfried Porwol dagegen hält an. Hier eine Video-Veranstaltung von Januar 2021, bei der sowohl der Künstler Wilfried Porwol vorgestellt wird als auch die Angemessenheit der Aktionen gegen das Denkmal diskutiert wird.

Am 7. Dezember hat das Amtsgericht Kleve den Friedensaktivisten und Künstler Wilfried Porwol wegen "gemeinschädlicher Sachbeschädigung" zu 30 Tagessätzen verurteilt. Porwol hatte in den letzten Monaten mehrfach das Nazi-Kriegerdenkmal in Kalkar künstlerisch umgestaltet. Trotz des Hinweises, dass laut Verordnung der Aliierten solche Kriegerdenkmäler aus der Nazi-Zeit bereits nach Kriegsende hätten beseitigt werden müssen und dass die Stadt Kalkar durch die wiederholte Instandsetzung des Denkmals die kriegsverherrlichende Aussage immer wieder neu bestätige, meinte das Gericht, eine Strafe verhängen zu müssen. Wilfried Porwol wird in Berufung gehen. Das Urteil wie auch die ganze Aktion sorgt weiterhin für viel Aufsehen. Mit einer Mahnwache unterstützte die DFG-VK NRW und örtliche Freunde und Unterstützer Wilfried am Gerichtstag. Verschiedene Zeitungen berichteten.

Hitlerzitat auf Denkmal übersprüht, NRZ, 8.12.20

Gericht verurteilt Denkmal-Kritiker Porwol, RP-omlime, 7.12.20

Von allein hätte die Stadt die Soldaten nicht entfernt, Junge Welt, 8.12.20

Hier berichtet Wilfried Porwol nach dem Prozess über den Ablauf:

Das war unsere Mahnwache:

.........

 

 

 

 

Wilfried Porwol, Künstler und aktiv in der DFG-VK Kleve, steht Montag den 7.12 in Kleve vor Gericht. Er ist angeklagt der "gemeinschädlichen Sachbeschädigung".
Wilfried hat das Kriegerdenkmal in Kalkar, das einen Hitler-Spruch auf der Rückseit trägt, mehrfach farblich umgestaltet und so eine öffentlichen Diskussion um dieses Monstrum angestoßen. https://nrw.dfg-vk.de/aktionen/kalkar/nachrichtenleser/stopp-kriegsverherrlichung
Statt zu fragen, mit welchem Geschichtsverständnis die Stadt Kalkar dieses unsägliche Denkmal immer wieder in den Ursprungszustand zurückversetzt und damit seine Aussage der Kriegsverherrlichung und Heldenverehrung immer wieder neu bestätigt, wird nun dem Mahner und Kritiker der Prozess gemacht.

Dazu wollen wir nicht schweigen und rufen auf zu einer Mahnwache am Gerichtstag vor dem Amtsgericht Kleve, Schloßberg 1 (Schwanenburg) von 9:00 bis 12:00 Uhr.
Wir fordern einen Freispruch für Wilfreid Porwol und von der Stadt Kalkar den Abriss des Kriegermonstrums in der Innenstadt!


Kommt am 7.12. nach Kleve, zeigt Eure Solidarität mit Wilfried Porwol.
"Heldendenkmale sind die Pflastersteine auf dem Weg in einen neuen Krieg!

 

Am 3. Oktober, dem 30. Jahrestag der deutschen Einheit, demonstrierten rund 200 Friedensfreund*innen in Kalkar für Abrüstung und Vrständigung. Im 2+4-Vertrag, der die Einheit möglich machte, hat sich der deutsche Staat dazu verpflichtet, das "von deutschem Boden nur Frieden ausgeht". Heute sehen wir ein Land, das immer mehr Geld für Rüstung und Militär ausgibt, Atomwaffen auf seinem Boden stationiert hat, an völkerrechtswidrige und umstrittenen Kriegen beteiligt war und mit seinen Rüstungsexporten Kriege in aller Welt möglich macht.

Dagegen setzten die Friedensdemonstranten ein Zeichen, für eine andere Politik, für Frieden, Abrüstung und Verständigung!

[nbsp]

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die DFG-VK war gleich mit zwei Rednerinnen vertreten. Marion Küpker, internationale Sprecherin der DFG-VK zu Atomwaffen sprach zu aktuellen Entwicklungen bei den Massenvernichtungswaffen und zu den verschiedenen Formen des Widerstandes. Dorothee Dicke von der DFG-VK Kleve berichtet über die Protestaktionen gegen das Kriegerdenkmal im Zentrum von Kalkar, das eine Zitat aus Hitlers "Mein Kampf" auf der Rückseite trägt. Anschließend wurde unter dem Motto "bunt statt braun" eine braune Attrappe des Denkmals mit bunten Farben umgestaltet.

Ablauf und Aktuelles unter www.demo-kalkar.de

In dieser angespannten Situation einer zunehmenden Konfrontation mit Russland rufen wir auf zur Demonstration für Frieden und Abrüstung in Kalkar. Die dort befindlichen Kommandozentralen von Bundeswehr- und NATO-Luftwaffe sind ein zentraler Bestandteil der militärischen Konfrontation der NATO und Russlands.
So heißt es im Aufruf zu unserer Demonstration:

"Ungeachtet der Corona-Krise hält der Konfrontationskurs der NATO weiter an, mit Aufrüstung und Militärmanövern in Osteuropa. Dabei spielt der Luftwaffenstützpunkt Kalkar/Uedem eine wichtige Rolle. (...) Hier befinden sich mit dem Combined Air Operations Centre der NATO und dem Zentrum Luftoperationen maßgebliche Einrichtungen der Luftwaffe von NATO und Bundeswehr. Sie steuern z.B. die NATO-Flugmanöver an der russischen Grenze. (...)
Die Luftleitzentrale in Kalkar würde auch in einem Atomkrieg eine zentrale Rolle spielen. Die Möglichkeit eines solchen Krieges wächst: Alle Atomstaaten rüsten ihre Arsenale auf, Rüstungsbegrenzungsabkommen wie der INF-Vertrag wurden von den USA aufgekündigt oder laufen aus. Für die kommenden Jahre plant die NATO, in Büchel (Eifel) neue, zielgenauere US-Atombomben anstelle der alten zu stationieren, die von Bombern der Luftwaffe abgeworfen werden können. Die Bundeswehr soll dazu neue Atombomber bekommen. Sie sind Teil der umstrittenen Nuklearen Teilhabe der NATO. Für die Flugdaten und Flugkontrolle der Atombomber ist Kalkar/Uedem zuständig."

Zu den Forderungen im Aufruf gehören das Ende der Stationierung der US-Atombomben in Büchel, die Umwandlung des Zentrum Luftoperationen in Kalkar/Uedem für zivile Zwecke und die Umwidmung der Gelder für Hochrüstung zugunsten der Daseinsvorsorge wie Klimagerechigkeit, Gesundheit, Sozialpolitik, Bildung und Kultur.

RednerInnen der Kundgebung sind Marion Küpker, Intern. Sprecherin der DFG-VK zu Atomwaffen und Dorothee Dicke von der DFG-VK Kleve. Auch ein Vertreter der Fridays for Future Kleve, Jannik Berbal spricht.

Mehr unter www.demo-kalkar.de

 

Und die Auseinandersetzung um das Kalkarer Nazi-Denkmal geht weiter! Jetzt hat die Stadt Kalkar Infotafeln aufgestellt, die keinerlei Distanzierung zu dem Denkmal erkennen lassen. Wilfrid Porwol hat in entsprechender Weise - mit einem pinkelnden Hund am Fuße des Denkmals . darauf geantwortet und der Historiker Ron Manheim fordert in der Rheinischen Post die Entfernung der Tafeln

 

 

 

 

 

---------------

Er hat es wieder getan! Am 9. Mai hat der Klever Künstler und DFG-VK Mitglied Wilfried Porwol das Kriegerdenkmal in Kalkar erneut farblich in eine Friedensmahnmal umgestaltet! Schon im Sommer letzten Jahres war Wilfried aktiv geworden, wir haben hier berichtet.

"Eine keinen Tag länger hinzunehmende ungeheure Verhöhnung der Opfer und Glorifizierung des verbrecherischen rassistischen Vernichtungskrieges der deutschen Wehrmacht." So bezeichnet Wilfried Porwol das Kriegerdenkmal, auf dessen Rückseite ein Zitat aus Hitlers "Mein Kampf" angebracht ist. Im letzte Jahr hatte die Stadt angekündigt, sich der Sache anzunehmen und noch im März diesen Jahres war angekündigt worden, noch im Frühjahr zumindest eine Infotafel anbringen zu wollen. Doch nichts geschah und über den 75. Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus hinaus wollte Wilfried das unsägliche Denkmal nicht so stehen lassen. Doch die Stadt zeigt sich uneinsichtig. Sie hat jetzt Strafanzeige gegen Wilfried Porwol gestellt.

Doch viele Menschen in Kalkar denken ähnlich wie er. In Leserbriefen übermittelten sie ihre Zustimmung "Die in den Weltkriegen für sinnlose Ziele gefallene Soldaten sind keine "Helden" - also keine Vorbilder - sondern sie sind unseres Gedenkens und unserer Trauer würdige, um ihr gesamtes Leben betrogene Opfer skrupelloser Verbrecher. Meine ganze Sympatie gilt deshalb Herrn Porwol, seiner Überzeugung und seiner Zähigkeit." hieß es dort z.B. Und in der NRZ schrieb der Kommentator: "Es gibt eine Lösung für das Kalkarer Nazi-Denkmal: zwei Stangen Dynamit und zwar zügig!"
Auch wir fordern den Abriss des Kriegerdenkmals und die Stadt Kalkar auf, die Anzeige gegen Wilfried Porwol zurückzuziehen!

Die Stadt Kalkar hat Wilfried Porwol inzwischen angezeigt. Dazu hat der DFG-VK Landesverband eine Presseerklärung herausgegeben, die in der Lokalpresse abgedruckt bzw. zitiert wurde: "Kritiker mundtot machen"

 

"Da könne die Stadt auch Hakenkreuze flaggen!", Junge Welt, 15.06.20

"Das Nazi-Kriegerdenkmal ist eine Schande für Kalkar", NRZ-Kommentar, 15.05.20

Erklärung von Wilfried Porwol zu seiner Umgestaltungsaktion

Der Historiker Hans Hesse, der die Nazi-Inschrift öffentlich gemacht hatte, hat eine umfassende Chronologie der Ereignisse zusammengestellt.

"Wir pfeifen auf Rüstung und Militär! Wir pfeifen auf Waffenexporte und Kriegsführung, auf Rüstungsforschung und die Rekrutierung von Minderjährigen, Wir pfeifen auf Atomwaffen und Drohnen, auf neue Kampfflugzeuge und Kriegsschiffe!" Mit diesen Worten forderte DFG-VK Landesgeschäftsführer Joachim Schramm als Moderator der Auftaktkundgebung der diesjährigen Kalkar-Demo die Teilnehmer*innen auf, gemeinsam die verteilten Trillerpfeifen zu nutzen. Ein beeindruckendes Pfeifkonzert ertönte vor der Von-Seydlitz-Kaserne in Kalkar, wo die Luftwaffenkommandozentralen von Bundeswehr und NATO stationiert sind.

 

Die WAder WAZ ArtikelZ mobilisiert auf ihrer Seite 2 unter der Unterschrift

Friedensaktivisten protestieren in Kalkar

mit dem Text: "Nordrheinwestfälische Aktivisten wollen am Donnerstag vor der Luftwaffen-Kommandozentrale von Bundeswehr und NATO im niederrheiniscen Kalkar demonstrieren. Die Demonstranten wollen gegen die Pläne der Bundesregierung protestieren, den Tornadoeinsatz im Nahen Osten zu verlängern, wie die Deutsche Friedensgesellschaft am Montag in Dortmund mitteilte."

Mit knapp 100 Teilnehmern war die Tagung "Friedensperspektiven statt Kriegsplanung" in Essen am 29.9. gut besucht. Interessante Podiumsdiskussionen und Workshops wechselten sich ab, es gab viel Input und Diskussion rund um Themen wie 70 Jahre NATO, Atomrüstung, EU-Militarisierung und neue Entspannungspolitik. Die Rückmeldungen der Teilnehmer*innen war durchweg positiv: Eine tolle Tagung!

Hier ein Bericht des Bloggers Claus Stille.

  

Facebook E-Mail YouTube Twitter Instagram